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Tourismus - Kunst und Kultur - Handwerk


Übersicht

Blaudruck
Drechsler- und Holzspielzeugmacherhandwerk
Glasmacherei

Leinenweberei
Pfefferküchlerei

Töpferhandwerk
Weberei





Blaudruck

Das kleinste slawische Volk, die Sorben, und eine seltene Volksbaukunst gehören zu den Besonderheiten der Lausitz
Besonders schöne Blaudrucke zeigen die Museen in Bautzen, Hoyerswerda und Spremberg. Was gemeinhin als »Blaudruck« bezeichnet wird, nennen die Fachleute »Reservedruck«, da mit dem Blau nicht gedruckt, sondern gefärbt wird. Das Muster wird durch eine Reservage, Papp genannt, auf dem Stoff abgedeckt und bleibt beim Färben somit weiß, also reserviert. Was heutzutage als Blaudruck im Handel angeboten wird, ist meist maschinell hergestellter, billiger Gewebedruck.


http://www.handwerk-erleben.com/gewerke/blaudruck.htm


Drechsler- und Holzspielzeugmacherhandwerk

Nicht nur im Erzgebirge sondern auch in der böhmischen und sächsischen Oberlausitz haben sich Teile der alten Volkskunst bis in unsere Tage erhalten. So können interessierte Besucher neben Herrnhuter Weihnachtssternen auch die alte böhmische und oberlausitzer Krippenkunst der Schluckenauer und Schirgiswalder Gegend aus 150-jährigem Familienbesitz bewundern. In der Cunewalder Talgemeinde hat sich der Brauch des Tragens der Lausitzer Pyramidenleuchter zur Christnachtsandacht am 24. Dezember seit dem Jahr 1850 bis heute erhalten.

In unserer Region führen noch zwei Handwerksmeister das Drechsler- und Spielzeugmacherhandwerk aus. Sie stellen heute Oster- und Storchenreiter, Oberlausitzer Traditionsfiguren, Weihnachtspyramiden und Spieluhren in alter Tradition her. Die Volkskunsterzeugnisse aus diesen Werkstätten sind bei Sammlern sehr begehrt und wurden bereits mehrfach mit dem Designpreis für „TRADITON UND FORM“ geehrt.
 


http://www.handwerk-erleben.com/gewerke/holz.htm


Glasmacherei

Ausschlaggebend für die Entstehung der Glasindustrie in Weißwasser waren die reichen Vorkommen an Quarzsand, Ton, Holz und Braunkohle in und um Weißwasser, sowie die Anbindung des Ortes an die Eisenbahnstrecke Berlin - Görlitz im Jahre 1867. So entstand in nur wenigen Jahren aus den kleinen Heidedörfern Weißwasser und Hermannsdorf ein Industriestandort, der Anfang des zwanzigsten Jahrhundert der bedeutendste Standort der Glasindustrie Deutschlands und Europas wurde.

Blaue Servietten, weißes Tafeltuch und durch Meisterhand verzierte Gläser. In der Lausitz entstehen aus Feuer, Sand und Fantasie solche und andere unverwechselbare Unikate. Seit fast 130 Jahren gibt es hier das Handwerk der Glasverarbeitung. Im Februar 1873 wurde in Weißwasser erstmals Glas geschmolzen. Um 1920 arbeiteten hier in einen Umkreis von nur 20 km 42 Glashütten. Die Gemeinde Weißwasser in der Lausitz war bis Ende der dreißiger Jahre der weltweit bedeutendste glasproduzierende Ort. Ein Blick in das Museum und in die Geschichte Weißwassers belegt das eindruckvoll.


http://www.glasmuseum-weisswasser.de


Leinenweberei

Die Oberlausitz kann auf eine lange Tradition beim Anbau von Flachs und dessen Verarbeitung zu Leinenstoffen zurückblicken. Die Leineweberei entwickelte sich seit dem 13. Jh. zu einem eigenständigen Gewerbe – mit Zentrum in der Oberlausitz. Allein im Raum Zittau zählte man im Jahr 1729 rund 5.000 Webstühle.

Unter dem Namen "Oberlausitzer Leinen" schlossen sich 1997 neun Firmen zu einer Absatzgemeinschaft zusammen, welche auch Träger der Internationalen Oberlausitzer Leinentage sind. Diese finden jedes Jahr im Barockschloss Rammenau statt. Schauwerkstätten befinden sich in Eibau, Kirschau und Neukirch.


http://www.handwerk-erleben.com


Pfefferküchlerei

Leb-, Honig- oder Pfefferkuchen sind bereits seit dem 13. Jh. in aller Munde. Wo dieses süße Gebäck erfunden wurde, ist nicht bekannt. Es wird vermutet, dass der Name »Lebkuchen« vom mittelhochdeutschen »lebbe« (süß) abgeleitet ist und im Frankenland, im Nürnberger Gebiet seinen Ursprung hatte. Aber bereits 1293 existierte im schlesischen Schweidnitz eine »Pfefferkuchenzunft«. Dort sollen in den Klosterküchen die ersten richtigen Mixturen für Honigkuchen angerührt worden sein. Dieser »Pfefferkuchen« wurde aus bestem und lang gelagertem Honig- oder Sirupteig hergestellt, dem feine Gewürze beigegeben wurden. Zu dieser Zeit wurden fremdländische Gewürze noch mit dem Sammelbegriff "Pfeffer" bezeichnet. Das Gebäck soll den Menschen damals auch gute Dienste als Appetitanreger, Verdauungsförderer oder Medizin bei Rückenschmerzen und Fieber geleistet haben. Die Pfefferküchler fertigten das Festgebäck für alle Feste für den gesamten Jahres- und Lebenskreislauf an.

Die Pfefferküchlerei ist noch sehr in Pulsnitz (Sachsen) verbreitet, wo viele Handwerksbetriebe in Familienbesitz blieben und bis heute geheimgehaltene und immer weiter verfeinerte Rezepte verwenden. Beobachten kann man die Pfefferkuchenherstellung im Museum der Stadt Weißenberg, der „Alten Pfefferküchlerei. Es ist das einzige museal genutzte technische Denkmal des Pfefferkuchenhandwerks in Europa und darüber hinaus.
 


http://www.handwerk-erleben.com/gewerke/pfefferkuchen.htm


Töpferhandwerk

Die reichen Tonvorkommen der Oberlausitz boten den Handwerksbetrieben schon in zurückliegenden Jahrhunderten günstige Voraussetzungen. Die Arbeit mit der Töpferscheibe wird in vielen Familienbetrieben noch heute gepflegt. Die aufwändigen Dekore werden ebenfalls in liebevoller Handarbeit mit Schwämmel- oder Maltechnik aufgebracht.

 

Ein bedeutendes Töpferdorf ist Crinitz in der Niederlausitz. Die acht ansässigen Töpferein sind gerne bereit, ihre teils historischen Werkstätten vorzuführen. Beim traditionellen Töpfermarkt stellen Töpfer aus ganz Deutschland ihre Töpferwaren aus. Es wird Schautöpfern an der Drehscheibe gezeigt und der Sonderzug der Museumseisenbahn fährt an diesen Tagen von Finsterwalde nach Crinitz.

 


http://www.töpferdorf-crinitz.de/


Weberei

Die Weberei ist eine der ältesten Techniken zur Herstellung von textilen Flächengebilden. Das Verarbeiten von Wolle und Flachs hat eine lange Tradition. So verhalfen Tuchmacher und Leineweber den Städten schon im Mittelalter zu wirtschaftlicher Blüte. Wegen der guten Qualität war die Ware im In- und Ausland gefragt. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde leichtes und kühlendes Leinen aus der Oberlausitz über die großen Handelshäuser in Nürnberg sogar bis in den Orient, Afrika und Amerika exportiert.

Beeindruckende Zeugnisse der Weberei in der Lausitz sind unter anderem im Brandenburgischen Textilmuseum Forst, in der Bandweberei Großröhrsdorf, und dem Deutschen Damast- und Frottiermuseum Großschönau zu entdecken.
 


http://www.textilmuseum-forst.de/